mit Kunst leben mit Kunst bilden mit Kunst werben Kunstfreunde Künstler

 

Heiner Hussong ist Sammler. Seine Sammlung kommt zu ihm nach Hause per Deutsche Post

Im Umfeld anderer Sammlungen, die sich mit Kommunikation befassen und eine gewisse Nähe zu Künstlerkonzepten der Mail-Art zeigen, nimmt die Sammlung Hussong eine Sonderrolle ein. Zunächst deshalb, weil sie selbst auf einem Kunstwerk beruht, nämlich dem Multiple "Holzpostkarte", das Klaus Staeck 1974 von Joseph Beuys verlegt hat (erhältlich für € 10 bei Edition Staeck in Heidelberg), ein 3,5 cm starker Holzklotz im Postkartenformat. Genau solche Holzklötze verschicken Heiner Hussong und sein Sohn Frank seit 1988. Darüber hinaus aber auch, weil die von Künstlern gestalteten Objekte häufig dreidimensional durchgearbeitet, ja oft sogar konzeptionell eingebettet sind. Als Beispiel diene die Aufgabenstellung von Boris Niesloni an die Sammler, den unbearbeitet zurückgeschickten Holzklotz an einem besonderen Ort zu vergraben, ihn regelmäßig zu besuchen und am Ort zu fotografieren, um ihn nach genau fünf Jahren auszugraben. Dies geschah am Datum an der Einsiedelei Klus Eddesen im Weserbergland bei Höxter mit einem volksfestähnlichen Gefolge von 80 Interessierten bei Schnee und Minusgraden. Die Sammlung unterscheidet sich mit ihren weit über 500 Objekten aber auch durch den ‚Generationenvertrag', den festen Willen dauernd zu sammeln (Frank Hussong arbeitet gerade an Nachwuchs, die Redaktion drückt die Daumen!) und nicht zuletzt durch die Begeisterung und Hilfe der Künstler, die durch Empfehlungen für einen über 50%igen Rücklauf sorgen. 
Hingewiesen sei auf die Sammlung Klaus Hömberg, der von Anja Eichler herausgegebenen Katalog "Din Art 4, 560 Künstler und 1 Formular" kann beim Museum für Kommunikation in Frankfurt bezogen werden
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vicco von Bülow alias Loriot, 2000, 
Flatz: Holz für den bosnischen Winter, 1996
Manfred Webel, 1991,
Heiner Hussong mit der Sammlungsbox, die 100 Bildmotive als Postkarten enthält, 
Fotos: Matthias Groppe