mit Kunst leben mit Kunst bilden mit Kunst werben Kunstfreunde Künstler

 

Atelier Art
von 1988 bis 1991

Im vom bekannten Schausteller Hansi Steiger gemieteten 300 m² großen Atelier in Paderborn fing 1988 alles an. Hier habe ich die Arbeit in thematischen Zyklen mit ‚animal', ‚floral' und ‚human' begonnen. Nach gut zwei Jahren alleiniger Nutzung zogen neben Markus Maria Thormann und Konrad Kröger Bildhauer, Maler, Fotografen und eine Schmuckgestalterin in mein Atelier ein. Neben der Nutzung als Arbeitsraum sorgten Gemeinschaftsausstellungen für Aufsehen: Filmvorführungen, wie zum Beispiel die Aufführung ‚Sacre de printemps' von Andreas Hahm und Kooperationsveranstaltungen wie zum Beispiel ‚transformobil' mit dem Paderborner Autohaus Thiel oder ‚Kunst auf den Kopf' mit Wolfgang Tillmann. Oliver Vogt (heute Vogt + Weizenegger) holte Käthe Bee nach Paderborn, Christoph Kaeder betrieb seinen ‚Literaturkartenverlag'. Im traditionellen Bleisatz entstanden so typo-
graphisch liebevoll gestaltete Karten zum Beispiel von Shakespeare Sonetten. Beliebter Treffpunkt war das von Andreas Zobe gebaute Fotolabor, das später vom tragisch verunglückten Thomas Hoppe weitergeführt wurde. Auch der bereits damals mit seinen Comic-Charakteren erfolgreiche Herman entdeckte hier die Kunst für sich.

 

 

 

 

 

Konrad Kröger: Microsmos, Acryl auf Leinwand,
150 x 180 cm, 1991, Foto: Thomas Hoppe

Galerie 11
mit

Mit viel Kreativität und nicht nur ideellem Engagement förderten die Inhaber Dietmar Könsgen und Hans-Jürgen Knapp die Verbindung von Druck und Kunst. Neben einigen Kunstkatalogen zum Beispiel von Gustl Streitbürger, zahlreichen Ausstellungen zum Beispiel mit Prof. Dorothea Reese-Heim und Karl-Josef Dierkes und der Erprobung der von Manfred Webel erfundenen ‚Offsegrafie' - einer Offsetdrucktechnik bei der durch vertauschen der einzelnen Druckplatten auf Basis eines Grundmotivs zahlreiche Unikate entstehen - wurden besonders die Publikums-Kunstwettbewerbe zu einer Attraktion. Hier wurden Freunde des Hauses aufgefordert, selbst künstlerisch aktiv zu werden. Begleitet von einem für diese bildnerische Verfahrensweise bekannten Künstlers, gab es so eine unmittelbare Begegnung mit aktuellen Strömungen der Kunst.

 

Frauke Richts mit dem bekannten Copy-Art Künstler Jürgen O. Olbrich, Foto: Andreas Zobe

 

Galerie double you
mit Wippermann Computer von 1993 bis 1996

Gemeinsam mit dem erfolgreichen Computer-Großhändler Werner Wippermann entstand in seinen Geschäftsräumen die Galerie double you, die mit Ausstellungen regionaler Größen wie Fred Baumgart und Hyazinth Pakula viel beachtete Ausstellungen inszenierte. Mit dem Ankauf ausdrucksstarker Bilder entstand so eine kleine aber feine firmeneigene Sammlung, die sich sehen lassen kann. Besonders interessant sind die von Künstlern entworfene, für das Unternehmen nutzbare Objekte. Neben der Einbindung von Kunst in die Unternehmenskommunikation, beispielsweise die Gestaltung der Titelseiten der Preislisten, wurden Rechner zu Kunstwerken und künstlerische Kontaktinstrumente geschaffen. Mit den Wippermann Computer Kunstwettbewerben, die gezielt Künstler ansprachen, die sich aktueller Medien wie Kopierern und Computern bedienen, gelang zuweilen der Sprung in bundesweite Gazetten. 

aus: Kunstforum vom Mai 1995 zwei Mitarbeiterinen in Endloskopie von Wolfgang Hainke, Foto: Andreas Zobe

ACT BABYLON
von und mit Alexander C. Totter

Die vielschichtige Arbeit des in Deutschland, Spanien und Island wirkenden Künstlers Alexander C. Totter hinterfragt humorvoll und ironisch gesellschaftliche Strömungen: Globalisierung, Allmacht der Marken und Ökonomisierung des Kunstbetriebes. Sein Projekt ACT Babylon bedient sich auf den ersten Blick eines trivialen Trägers; der Buchstaben-
nudel. Wie er mit der genauen Analyse dieses Materials und den Bedingungen seiner Herstellung zu einer umfassenden Kunstpro-
duktion findet, die der Kunst ihre Aura zurück gibt, ist atemberaubend. Die Buchstabennudel als Verbindung von Kopf und Bauch dient als Grundlage für seine 'industrielle Skulptur'. Buchverlag und Nudelhersteller gemeinsam sollen im Supermarkt ein nach den Regeln der Kunst umgewandeltes Produkt platzieren. Leider scheitert dieser Ansatz zunächst, worauf Totters Objekte als künstlerische Multiples Berühmtheit erlangen.

Alexander C. Totter mit Absturz-Frei 2000, eine Packung Buchstabennudeln zur Verhinderung des Y2K, des befürchteten Computercrash's zur Jahrtausendwende
Foto: Andreas Zobe
DUDEL, in der typischen Darbietung als Produkt auf der Palette, hier im Literaturhaus München,
Foto: Literaturhaus
DUDEL, Buchstabennudeln in Buchform, Auflage 10.000 Exemplare, von der Duden-Redaktion rechtschreibgeprüft
Foto: Rainer Schmidt

 

Nürnberger Trichter, als interaktive Grafik zum Zusammenbau einer Packung, die mit Buchstabennudlen zu befüllen ist, als eine Anzeige im Innendeckel der Zeitschrift Creativ Verpacken.

Gutenberg bleifrei, Buchstabennudeln in der Softwartepackung, Foto: Andreas Zobe

Artakut
mit Frank Hussong

Nach dem vergeblichen Bemühen einen Vertriebspartner für Alexander C. Totters ‚Dudel' zu finden, haben Frank Hussong und ich einen eigenen Kunstverlag gegründet, Artakut war entstanden. Die ersten Messeauftritte waren Dank des Dudel furios. Unmittelbar gelangte das Objekt in die wichtigsten Museumsshops im deutschsprachigen Raum.
Nach und nach entwickelt Artakut ein kleines Programm mit Auflagenobjekten von KünstlerInnen, die projektorientiert mit aktuellen Fragestellungen umgehen und häufig mit alltäglichen Materialien arbeiten. Das Änderungsatelier steht beispielhaft für diesen Prozess der Umwandlung und wird so seinem eigenen Motto gerecht: "Wir verändern ihr Leben". Rote Putzhandschuhe beispielsweise werden zu betenden Händen miteinander vernäht, die so im Raum aufgehängt werden, dass der Betrachter in sie hineingreifend in eine betende Haltung gelenkt wird: sursum corda.
Trash/Treasure arbeiten mit diversen Stäuben: von Haus-, bis Normstaub lagern sie ihre Botschaften auf der Kunstszene ab. Das "Gewicht der Zeit", der "Staubfänger TT" und "FiX" spielen mit Zeit. FiX beinhaltet laut Packungsbeilage zwei zusätzliche Stunden Lebenszeit, die in 0,52 Gramm Staub konserviert sind, den FiX bereithält.
Titelseite aus Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 15.07.1998

 

aus Cosmopolitan vom Januar 2002

 

 

 

 

 

Mit dem Satz AUFMICHHOERTJAKEINER gewinnt der Bonner Künstler Babak Saed ein riesiges Publikum: dazu stellt die Kölner Firma Ströer im April 2002 500 Großplakate zur Verfügung, die Artakut in Kooperation mit der Messe Köln drucken und plakatieren lässt. Zu jeder Fläche im Format 365 x 252 cm gibt Artakut einen gleichnamigen Anstecker heraus.

Bea T. und Ina T. (Trash/Treasure) auf der KUNSTKÖLN 2002 vor der Ströer-Plakatwand AUFMICHHOERTJAKEINER von Babak Saed
 

 

Mit Thitz wollten wir eine typische Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) - Werbetüte, die auf den FAZ eigenen Messeständen auf den einschlägigen Kunstmessen kostenlos verteilt werden, mit einem Bildmotiv von innen bedrucken. Viele Galerien und Verleger würden ihre Objekte in FAZ Tüten verpacken und so füreinander werben. Leider ist das Projekt (vorerst?) gescheitert. Artakut hat daraufhin im Frühjahr 2002 eine limitierte Sonderauflage von 50 bedruckten Papiertüten von Thitz verlegt, die sowohl als Grafik als auch als dreidimensional aufgestellte Tüte erhältlich sind.

Thitz: bag home, 65 x 40 cm, 2002, Siebdruck auf Papiertüte, Auflage 100 Stück, hier: 'Veröffentlichung in Der Kunsthandel'

 

Präsentation auf der KunstKöln 2000 wie im Lager des Herstellers, zu sehen vom Änderungsatelier: Apollo und Venus
Foto: Franz Fischer

 

 

 

 

 

Zwischen 'Artikel Editionen' (Verleger Peter Fabian) und 'Artakut' entwickelt sich eine freundschaftliche Zusammenarbeit. Neben gemeinsamen Messeauftritten auf der 'KunstRai' in Amsterdam und dem Bereich Museumsshop der Frankfurter Herbstmesse, ist die zweite Auflage des 'Dudel' eine Gemeinschaftsedition.

Gemeinschaftsstand mit Artikel Editionen auf der Frankfurter Herbstmesse 2001, Foto: KunstMedienDienst

 

Weihnachtsausstellung
mit

Mit über 800 Besuchern in nur 15 Tagen war die ‘Late Light Lounge’ in Paderborns Innenstadt ein voller Erfolg. Den Raum hat freundlicherweise der Rechtsanwalt Dr. Husberg zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit dem Initiator Herman Reichold, der seine Werke bereits zu Libori in dem Raum zeigte,  präsentierte die Firma enjoy ihre Lichtsäulen und Manfred Webel Möbel, Uhren und Skulpturen. Im ganz mit schwarzem Stoff ausgekleideten Raum kamen besonders die Objekte aus Aluminium sowie die human-Leuchtobjekte zur Geltung. Höhepunkte waren eine Lesung mit dem Puppenspieler und Autor Uwe Natus und ein gemeinsames Abendbrot mit Bürgermeister Heinz Paus. Sein Stellvertreter, Josef Hackfort, der sich dazu gesellte, faszinierte mit der Erzählung einer Aufführung der Weihnachtsgeschichte durch ehemalige Schüler. Dabei viel der den Herbergsvater in Bethlehem spieltende Schüler vor Mitleid aus der Rolle. Er nahm Maria und Josef auf, worauf die gesamte Geschichte wohl umgeschrieben werden müsste.

 

Ein Blick in die Ausstellung zeigt die besondere Lichtsituation, Foto: Manfred Webel

 

Zum zehnjährigen Bestehen 2004 zeigt das Korbmachermuseums in Dalhausen die Sammlung Hussong. Wobei man eigentlich von den Sammlungen Hussong reden muss, 
Eine der sechs Einzel-Vitrinen bestückte der Sammler Heiner Hussong mit Werken von mir, (neben Jonathan Meese, John Bock, Thomas Baumgärtel, Lars Käker und Jürgen O. Olbrich Foto: Manfred Webel