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Der traurige Hintergrund

Dass Schüler sterben, ist an einer Schule für Körperbehinderte ein Teil des Schullebens. Dies ist uns in den letzen Jahren schmerzlich bewusst geworden, da in dieser Zeit mehrere Schüler verstarben. Für jeden dieser Schüler fanden wir eine angemessene Art des Trauerns und Gedenkens. Dennoch blieb ein Unbehagen, da diese Formen zeitlich begrenzt waren. So entstand die Idee einen dauer-
haften Ort zu schaffen, an dem auf würdige, ernste aber freundliche Art gemeinsam Abschied genommen werden kann. Aufgrund der besonderen Bedeutung, die ein solcher Ort für die Schüler und Mitarbeiter der Schule hat, sind an die Qualität der Gestaltung hohe Ansprüche zu stellen. Deshalb sollte das Projekt in enger Zusammenarbeit mit einem Künstler realisiert werden. Mit Manfred Webel haben wir einen Partner gefunden, der viel Erfahrung mit Schülern hat und sich in seiner Arbeit auf menschliche Themen konzentriert.
Michael Schneider, Sonderschullehrer

 
    Sonderschullehrer Michael Schneider stellt den Schülern das Projekt vor

 

 

 

 

 

 

Die Projektidee

“Erinnerungswürfel” bilden ein modulares System halbtransparenter Würfel aus Acrylglas. Sie bieten viele Möglichkeiten, Empfindungen und persönliche Bindungen darzustellen. So kann Trauer in vielfältiger Weise ausgedrückt werden, ohne ein düsteres Szenario zu entfalten oder ein Denkmal zu setzen. Die Würfel, die in drei zueinander passenden Größen angefertigt wurden, können neben einer treppenförmigen Anordnung, Stapeln oder Regalformen immer
wieder verschiedene Gesamtformen bilden.

 
    Zeichnung Elke Paternoster

 

 

 

Der einzelne Würfel kann:

wie ein Diorama Szenarien entfalten; eine Bühne sein, auf der selbstgestaltete Figuren etwas aufführen; wie ein Zettelkasten Briefe, Gedichte, gefundene Texte greifbar machen; zu einem Leuchtobjekt werden; für eine Collage von Erinnerungsstücken genutzt
werden; mit einem Karton ausgekleidet
werden, der von beiden Seiten bemalt ist; unbefüllt zu Partnern auf die Reise geschickt werden, die sie dann nach bestimmten Vorgaben gestalten; große Würfel könnten nach und nach von jeder Klasse ergänzt und gestaltet werden; als nach oben offener Mikrokosmos mit Naturmaterialien befüllt werden....

 
    Sonderschullehrerin Elke Paternoster

 

Westfälische Schule für Körperbehinderte

An der Westfälischen Schule für Körper-
behinderte in Paderborn werden etwa 140 Schüler unabhängig von Art und Grad folgender Behinderungen unterrichtet: cerebrale Bewegungsstörungen, Muskelerkrankungen, Fehlbildungen an Gliedmaßen, Lähmungen, Autismus, Schädelhirntrauma, Herzfehler, Epilepsie oder Stoffwechselstörungen. Die meisten verfügen über die gleichen sozialen, kognitiven und emotionalen Fähigkeiten wie andere Kinder und Jugendliche, obwohl einige zusätzlich Beeinträchtigungen in der Wahrnehmungsverarbeitung, im Sprechen, im sozialen Umgang oder im Lernen haben.
Aufgrund der körperlichen Erschwernisse benötigen sie besondere Hilfe und Zuwendung. In den Klassen wird nach unterschiedlichen Lehrplänen in unterschiedlichen Lehrstufen unterrichtet. Zur gemeinsamen Arbeit an einem Gegenstand müssen innere und äußere Differenzierung und Individualisierung des Unterrichts hinzukommen.
 
    teilnehmende Schüler, Bildmontage Elke Paternoster